GESCHLOSSENE FONDS - ATYPISCH STILLE BETEILIGUNGEN

Geschlossene Fonds und atypisch stille Beteiligungen sind die häufigsten Erscheinungsformen von Unternehmensbeteiligungen am sogenannten „Grauen Kapitalmarkt“.

„Grauer Kapitalmarkt“ bedeutet vor allem eine fehlende (staatliche) Überwachung, anders als etwa bei Aktien oder Unternehmensanleihen, die gleichfalls Beteiligungen an Gesellschaften gewähren. Obwohl oder gerade weil eine Überwachung des Marktes nicht stattfindet, werden jährlich mehrere Milliarden an Anlegergeldern in geschlossenen Fonds und atypisch stillen Gesellschaften eingesammelt.

Die vermeintlichen Vorteile liegen auf der Hand:

  • Kapital wird gebündelt und so Projekte realisiert, die sich ein einzelner Anleger nicht leisten kann
  • es können sich für den Anleger steuerliche Vorteile ergeben
  • der Anleger partizipiert an einer erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens

Die mangelnde Überwachung des „Grauen Kapitalmarkts“ hat jedoch zur Folge, dass sich auf diesem Feld immer wieder unseriöse Anbieter tummeln. Überdies sind viele Beteiligungen mit hohen und zum Teil verschleierten Kosten verbunden. Die Folge ist, dass der Anleger sein Geld häufig teilweise oder sogar ganz verliert.

Häufig genug werden den Anlegern die mit solchen Beteiligungen verbundenen Nachteile jedoch nicht oder nur beschönigend erläutert. Bei unternehmerischen Beteiligungen steht und fällt die Entwicklung der Beteiligung mit der Entwicklung des Unternehmens. Im schlimmsten Fall droht daher der Totalverlust der gezeichneten Einlage, in manchen Fällen sogar die Haftung mit dem eigenen Privatvermögen für Schulden der Gesellschaft.

Dieses Risiko wird noch verschärft, wenn der Anleger seine Beteiligung über eine Bank finanziert hat. Regelmäßig wird die Finanzierung im Paket mit der Beteiligung vermittelt. Erleidet die Gesellschaft einen Totalverlust, ist der Anleger grundsätzlich gleichwohl verpflichtet, das Darlehen einschließlich der Zinsen zu bedienen. Die Gefahr besteht, dass der Anleger im Ergebnis ein Mehrfaches der Einlagesumme erbringt, ohne über eine werthaltig Gegenleistung zu verfügen.

Einen geregelten Markt, über den die Beteiligungen flexibel verkauft werden können, gibt es nicht. Hinzu kommen oft hohe Kosten und zweifelhafte personelle Verflechtungen.

Für den Anleger bestehen allerdings auch verschiedene Möglichkeiten, der Haftung aus Beteiligungsverträgen zu entgehen und/oder Verluste auf die Verantwortlichen abzuwälzen.

Wenn Sie Fragen oder Beratungsbedarf zu Ihrer Beteiligung haben, können Sie sich jederzeit gern an uns wenden!